Schweißtreibende Ausbildung der Zeulenrodaer Feuerwehr
Vom 05. bis 07. September kamen die Mitglieder der Einsatzabteilung der Stützpunktfeuerwehr Zeulenroda zusammen, um ihre Fähigkeiten und ihr Wissen zu festigen und zu erweitern. Als Gäste nahem in diesem Jahr die Kameradinnen und Kameraden der Abt. Pahren teil. Das Konzept der jährlich stattfindenden Wochenendschulung sah für die Kameradinnen und Kameraden ein abwechslungsreiches Programm vor.
Ausbildungsmaßnahme am Freitag
So begann die Ausbildungsmaßnahme mit der Besichtigung einer Biogasanlage im Ortsteil Bernsgrün. Es ist auch für die Feuerwehrleute nicht alltäglich, sich mit dem Aufbau und den Prozessen in einer solchen Anlage vertraut zu machen. Demzufolge gab es einige Fragen bezüglich möglicher Einsatztaktiken und Vorgehensweisen zu besprechen und zu diskutieren. „Eine sehr lehrreiche und interessante Begehung“ resümierten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, welche sich nach rund zwei Stunden dann wieder in die Unterkunft, das Schullandheim in Zeulenroda, begaben und sich für anstehende Aufgaben stärkten.
Gegen 21 Uhr schrillten dann zum ersten Mal die Funkmeldeempfänger. Ein Brand in einer Scheune im Ortsteil Stelzendorf wurde gemeldet. Zusammen mit den Feuerwehren Stelzendorf und Pahren, eilten die Einsatzkräfte zum angegebenen Objekt. Vor Ort konnten die ersten Führungskräfte während ihrer Lageerkundung schnell feststellen, dass es sich augenscheinlich um eine Übung handelte. Neben dem Aufbau einer ausreichenden Löschwasserversorgung wurde die Rettung von Personen aus der verrauchten Scheune gerettet.
Ebenso galt es, eine unter einem Pkw eingeklemmte Person zu retten, welche sich in einem Nebengelass der Scheune befand. Die Kräfte aller beteiligten Wehren konnten hier ein gutes Zusammenspiel zeigen und die Übung erfolgreich absolvieren.
Anschließend hatten die Kameradinnen und Kameraden Zeit, sich untereinander auszutauschen. Nachdem alle eine volle Arbeitswoche sowie eine kräftezehrende Einsatzübung hinter sich hatten, freute man sich sichtlich über einen ruhigen gemeinsamen Abend und die anschließende Nachtruhe.
Ausbildungsmaßnahme am Samstag
Eine ausreichende Ruhezeit war wichtig, da der Samstag den Teilnehmern einiges an Physis und Psyche abverlangte. Im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda-Triebes, Abteilung Bernsgrün kamen die Kameraden aus Zeulenroda und Pahren zusammen, um Übungseinheiten zu diversen Bereichen des sehr umfassenden Themas “Atemschutz” zu absolvieren. Carsten Fröb, Mitglied der Feuerwehr Zeulenroda-Triebes, Abteilung Bernsgrün sowie Leiter “Atemschutz“ der Feuerwehr der Stadt Zeulenroda-Triebes und seine Mitstreiter stellten ein umfangreiches und inhaltlich interessantes Programm auf die Beine. Umgang mit der Wärmebildkamera, Vorgehen in Brandräumen, Strahlrohrtraining, Rettung von Personen oder die Durchführung der Atemschutzüberwachung stellten Inhalte der Ausbildungsmaßnahme dar. Ziele dieser umfangreichen Ausbildung waren, in erster Linie Sicherheit zu schaffen sowie Automatismen zu erlernen und zu festigen. Vor allem die anwesenden Atemschutzgeräteträger profitierten von den schweißtreibenden Herausforderungen, vor die sie gestellt wurden. Vom Öffnen einer Tür zu einem brennenden Raum, über das Durchqueren enger Passagen in einem Übungscontainer, bis hin zur Personenrettung unter nahezu Nullsicht, kam fast jeder der Feuerwehrleute stark ins Schwitzen. Doch auch psychisch wurde durch diese Übungseinheit aufgezeigt, was es bedeutet, Atemschutzgeräteträger zu sein: eine Aufgabe die gute Ausbildung, Resilienz sowie Fitness erfordert und nebenbei eine riesige Verantwortung für sich selbst, seine Kameraden und vor allem auch im Ernstfall für die zu rettenden Personen darstellt.
Ob die vermittelten Inhalte auch im Rahmen eines Einsatzes angewendet werden, sollte sich noch im Laufe des Tages zeigen.
Bis 14 Uhr waren die Frauen und Männer in Bernsgrün beschäftigt und dann auch etwas erschöpft. Eine Pause sollte ihnen auf alle Fälle vergönnt sein. Eine Pause, in der die Kameradschaft und das Teamgefüge gestärkt wurden. Was in der Jugendfeuerwehr funktioniert, funktioniert auch bei den Erwachsenen. Mit viel Spaß, Freude und der nötigen Disziplin waren die aktiven Kameradinnen und Kameraden bei teamfördernden Spielen dabei.
Noch während des Teambuildings legten die Schalter wiederum und es wurde wieder ernster.
Die Melder klingelten erneut. Alarmiert wurde zu einem Kellerbrand mit vermissten Personen im Bürogebäude der ehemaligen Firma “Raster Zeulenroda“. Vor Ort war bereits eine starke Rauchentwicklung aus dem Keller sowie im gesamten Treppenraum sichtbar. Laut des vor Ort anwesenden Haustechnikers würden sich wohl noch mindestens sechs Personen in dem Gebäude befinden. Verteilt über alle Etagen. Sofort begann der erste Angriffstrupp mit der Suche nach den Vermissten im Kellerbereich. Weitere Trupps gingen über das Treppenhaus und über die Drehleiter vor. Zur Rettung von am Fenster stehenden Personen wurde auch der Sprungretter zum Einsatz gebracht. Jedoch wurde aus Sicherheitsgründen lediglich ein Dummy für den “Sprung” in das Rettungsgerät verwendet. Weitere Personen wurden mittels Drehleiter gerettet. Andere wiederum über das Treppenhaus unter Verwendung von sogenannten Fluchthauben. Auch diese Übung konnte erfolgreich durchgeführt werden. Hauptaugenmerk dieser Übung lag darauf, dass am Vormittag erlernte und gefestigte Wissen praktisch umzusetzen.
Auch der Samstag stellte wieder hohe Ansprüche an alle Ausbildungsteilnehmer.
Neben der enormen physischen Belastung spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle, die über Erfolg oder Misserfolg im Einsatz entscheiden kann. Daher sind Ausbildungen und Übungen unerlässlich, um Automatismen zu schaffen. Diese helfen uns, mit vielen Situationen sicher, ruhig und vor allem auch mit klaren Gedanken umzugehen. Schließlich stand nach einer erholsamen Nacht der Abschlussübung am Sonntagvormittag nichts entgegen.
Ausbildungsmaßnahme am Sonntag
Nachdem die Unterkunft ordnungsgemäß verlassen wurde und alle Fahrzeuge wieder Einsatzbereit im Gerätehaus in Zeulenroda standen, ertönte um 09:50 Uhr die Sirene in der Stadt.
Die Abschlussübung stellte nochmal einen Kontrast zum restlichen Programm der Wochenendschulung dar. Nun sollte es nicht um Feuer, Rauch und Atemschutzeinsatz gehen, sondern es stand eine technische Hilfeleistung an. Gemeldet wurde ein Verkehrsunfall mit mehreren Pkw in denen sich wohl noch verletzte, zum Teil eingeklemmte Personen befinden sollten. Vor Ort stelle sich die Lage so dar, dass zwei Pkw frontal kollidierten und ein weiterer Pkw nach einem Überschlag auf dem Dach zum Erliegen kam. Zügig erfolgte die Sicherung der Fahrzeuge gegen beispielsweise Wegrollen, Umstürzen oder auch gegen die Gefahr der Brandentstehung. Zeitgleich führten zwei Auszubildenden-Teams der Rettungswache des DRK aus Zeulenroda eine Vorsichtung durch. Dies dient dazu, um sich einen ersten Überblick über die Anzahl der Verletzten sowie der Schwere der Verletzungen zu schaffen. Immer mehr Einsatzkräfte eilten zum Ereignisort. Sie befreiten die Personen aus den Pkw mit schwerem Rettungsgerät, bauten ein Betreuungszelt für die Verletzten Personen auf und übernahmen die Sicherung der Einsatzstelle. Nach rund 1,5 Stunden war auch diese letzte Übung des Wochenendes dann geschafft. Alle Personen konnten recht zügig befreit werden und den Notfallsanitäter Auszubildenden des DRK Kreisverband Landkreis Greiz übergeben werden.
Das Fazit dieses Schulungswochenendes ist, dass eine stätige Aus‑, Fort- und Weiterbildung Unerlässlich ist, um unseren Anspruch gerecht zu werden, einen guten und zuverlässigen Schutz für die Sicherheit und Gesundheit der Einwohner der Stadt Zeulenroda-Triebes garantieren zu können. Das heißt, dass auch in den kommenden Wochen und Monaten die Ausbildung kontinuierlich und zielgerichtet fortgeführt wird. Getreu nach dem Motto „Übung macht den Meister.“



























































































