Mittwoch, 14 Januar 2026
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Schweiß­trei­ben­de Aus­bil­dung der Zeu­len­ro­daer Feuerwehr

Vom 05. bis 07. Sep­tem­ber kamen die Mit­glie­der der Ein­satz­ab­tei­lung der Stütz­punkt­feu­er­wehr Zeulenroda zusam­men, um ihre Fähig­kei­ten und ihr Wis­sen zu fes­ti­gen und zu erwei­tern. Als Gäs­te nahem in die­sem Jahr die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den der Abt. Pah­ren teil. Das Kon­zept der jähr­lich statt­fin­den­den Wochen­end­schu­lung sah für die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den ein abwechs­lungs­rei­ches Pro­gramm vor.

Aus­bil­dungs­maß­nah­me am Freitag

So begann die Aus­bil­dungs­maß­nah­me mit der Besich­ti­gung einer Bio­gas­an­la­ge im Orts­teil Berns­grün. Es ist auch für die Feu­er­wehr­leu­te nicht all­täg­lich, sich mit dem Auf­bau und den Pro­zes­sen in einer sol­chen Anla­ge ver­traut zu machen. Dem­zu­fol­ge gab es eini­ge Fra­gen bezüg­lich mög­li­cher Ein­satz­tak­ti­ken und Vor­ge­hens­wei­sen zu bespre­chen und zu dis­ku­tie­ren. „Eine sehr lehr­rei­che und inter­es­san­te Bege­hung“ resü­mier­ten alle Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer, wel­che sich nach rund zwei Stun­den dann wie­der in die Unter­kunft, das Schul­land­heim in Zeulenroda, bega­ben und sich für anste­hen­de Auf­ga­ben stärkten.

Gegen 21 Uhr schrill­ten dann zum ers­ten Mal die Funk­mel­de­emp­fän­ger. Ein Brand in einer Scheu­ne im Orts­teil Stel­zen­dorf wur­de gemel­det. Zusam­men mit den Feu­er­weh­ren Stel­zen­dorf und Pah­ren, eil­ten die Ein­satz­kräf­te zum ange­ge­be­nen Objekt. Vor Ort konn­ten die ers­ten Füh­rungs­kräf­te wäh­rend ihrer Lage­er­kun­dung schnell fest­stel­len, dass es sich augen­schein­lich um eine Übung han­del­te. Neben dem Auf­bau einer aus­rei­chen­den Lösch­was­ser­ver­sor­gung wur­de die Ret­tung von Per­so­nen aus der ver­rauch­ten Scheu­ne gerettet.

Eben­so galt es, eine unter einem Pkw ein­ge­klemm­te Per­son zu ret­ten, wel­che sich in einem Neben­ge­lass der Scheu­ne befand. Die Kräf­te aller betei­lig­ten Weh­ren konn­ten hier ein gutes Zusam­men­spiel zei­gen und die Übung erfolg­reich absolvieren.

Anschlie­ßend hat­ten die Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den Zeit, sich unter­ein­an­der aus­zu­tau­schen. Nach­dem alle eine vol­le Arbeits­wo­che sowie eine kräf­te­zeh­ren­de Ein­satz­übung hin­ter sich hat­ten, freu­te man sich sicht­lich über einen ruhi­gen gemein­sa­men Abend und die anschlie­ßen­de Nachtruhe.

Aus­bil­dungs­maß­nah­me am Samstag

Eine aus­rei­chen­de Ruhe­zeit war wich­tig, da der Sams­tag den Teil­neh­mern eini­ges an Phy­sis und Psy­che abver­lang­te. Im Gerä­te­haus der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Zeulenroda-Triebes, Abtei­lung Berns­grün kamen die Kame­ra­den aus Zeulenroda und Pah­ren zusam­men, um Übungs­ein­hei­ten zu diver­sen Berei­chen des sehr umfas­sen­den The­mas “Atem­schutz” zu absol­vie­ren. Cars­ten Fröb, Mit­glied der Feu­er­wehr Zeulenroda-Triebes, Abtei­lung Berns­grün sowie Lei­ter “Atem­schutz“ der Feu­er­wehr der Stadt Zeulenroda-Triebes und sei­ne Mit­strei­ter stell­ten ein umfang­rei­ches und inhalt­lich inter­es­san­tes Pro­gramm auf die Bei­ne. Umgang mit der Wär­me­bild­ka­me­ra, Vor­ge­hen in Brand­räu­men, Strahl­rohr­trai­ning, Ret­tung von Per­so­nen oder die Durch­füh­rung der Atem­schutz­über­wa­chung stell­ten Inhal­te der Aus­bil­dungs­maß­nah­me dar. Zie­le die­ser umfang­rei­chen Aus­bil­dung waren, in ers­ter Linie Sicher­heit zu schaf­fen sowie Auto­ma­tis­men zu erler­nen und zu fes­ti­gen. Vor allem die anwe­sen­den Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger pro­fi­tier­ten von den schweiß­trei­ben­den Her­aus­for­de­run­gen, vor die sie gestellt wur­den. Vom Öff­nen einer Tür zu einem bren­nen­den Raum, über das Durch­que­ren enger Pas­sa­gen in einem Übungs­con­tai­ner, bis hin zur Per­so­nen­ret­tung unter nahe­zu Null­sicht, kam fast jeder der Feu­er­wehr­leu­te stark ins Schwit­zen. Doch auch psy­chisch wur­de durch die­se Übungs­ein­heit auf­ge­zeigt, was es bedeu­tet, Atem­schutz­ge­rä­te­trä­ger zu sein: eine Auf­ga­be die gute Aus­bil­dung, Resi­li­enz sowie Fit­ness erfor­dert und neben­bei eine rie­si­ge Ver­ant­wor­tung für sich selbst, sei­ne Kame­ra­den und vor allem auch im Ernst­fall für die zu ret­ten­den Per­so­nen darstellt.

Ob die ver­mit­tel­ten Inhal­te auch im Rah­men eines Ein­sat­zes ange­wen­det wer­den, soll­te sich noch im Lau­fe des Tages zeigen.

Bis 14 Uhr waren die Frau­en und Män­ner in Berns­grün beschäf­tigt und dann auch etwas erschöpft. Eine Pau­se soll­te ihnen auf alle Fäl­le ver­gönnt sein. Eine Pau­se, in der die Kame­rad­schaft und das Team­ge­fü­ge gestärkt wur­den. Was in der Jugend­feu­er­wehr funk­tio­niert, funk­tio­niert auch bei den Erwach­se­nen. Mit viel Spaß, Freu­de und der nöti­gen Dis­zi­plin waren die akti­ven Kame­ra­din­nen und Kame­ra­den bei team­för­dern­den Spie­len dabei.

Noch wäh­rend des Team­buil­dings leg­ten  die Schal­ter wie­der­um und es wur­de wie­der ernster.

Die Mel­der klin­gel­ten erneut. Alar­miert wur­de zu einem Kel­ler­brand mit ver­miss­ten Per­so­nen im Büro­ge­bäu­de der ehe­ma­li­gen Fir­ma “Ras­ter Zeulenroda“. Vor Ort war bereits eine star­ke Rauch­ent­wick­lung aus dem Kel­ler sowie im gesam­ten Trep­pen­raum sicht­bar. Laut des vor Ort anwe­sen­den Haus­tech­ni­kers wür­den sich wohl noch min­des­tens sechs Per­so­nen in dem Gebäu­de befin­den. Ver­teilt über alle Eta­gen. Sofort begann der ers­te Angriffs­trupp mit der Suche nach den Ver­miss­ten im Kel­ler­be­reich. Wei­te­re Trupps gin­gen über das Trep­pen­haus und über die Dreh­lei­ter vor. Zur Ret­tung von am Fens­ter ste­hen­den Per­so­nen wur­de auch der Sprung­ret­ter zum Ein­satz gebracht. Jedoch wur­de aus Sicher­heits­grün­den ledig­lich ein Dum­my für den “Sprung” in das Ret­tungs­ge­rät ver­wen­det. Wei­te­re Per­so­nen wur­den mit­tels Dreh­lei­ter geret­tet. Ande­re wie­der­um über das Trep­pen­haus unter Ver­wen­dung von soge­nann­ten Flucht­hau­ben. Auch die­se Übung konn­te erfolg­reich durch­ge­führt wer­den. Haupt­au­gen­merk die­ser Übung lag dar­auf, dass am Vor­mit­tag erlern­te und gefes­tig­te Wis­sen prak­tisch umzusetzen.

Auch der Sams­tag stell­te wie­der hohe Ansprü­che an alle Ausbildungsteilnehmer.

Neben der enor­men phy­si­schen Belas­tung spielt auch die Psy­che eine wich­ti­ge Rol­le, die über Erfolg oder Miss­erfolg im Ein­satz ent­schei­den kann. Daher sind Aus­bil­dun­gen und Übun­gen uner­läss­lich, um Auto­ma­tis­men zu schaf­fen. Die­se hel­fen uns, mit vie­len Situa­tio­nen sicher, ruhig und vor allem auch mit kla­ren Gedan­ken umzu­ge­hen. Schließ­lich stand nach einer erhol­sa­men Nacht der Abschluss­übung am Sonn­tag­vor­mit­tag nichts entgegen.

Aus­bil­dungs­maß­nah­me am Sonntag

Nach­dem die Unter­kunft ord­nungs­ge­mäß ver­las­sen wur­de und alle Fahr­zeu­ge wie­der Ein­satz­be­reit im Gerä­te­haus in Zeulenroda stan­den, ertön­te um 09:50 Uhr die Sire­ne in der Stadt.

Die Abschluss­übung stell­te noch­mal einen Kon­trast zum rest­li­chen Pro­gramm der Wochen­end­schu­lung dar. Nun soll­te es nicht um Feu­er, Rauch und Atem­schutz­ein­satz gehen, son­dern es stand eine tech­ni­sche Hil­fe­leis­tung an. Gemel­det wur­de ein Ver­kehrs­un­fall mit meh­re­ren Pkw in denen sich wohl noch ver­letz­te, zum Teil ein­ge­klemm­te Per­so­nen befin­den soll­ten. Vor Ort stel­le sich die Lage so dar, dass zwei Pkw fron­tal kol­li­dier­ten und ein wei­te­rer Pkw nach einem Über­schlag auf dem Dach zum Erlie­gen kam. Zügig erfolg­te die Siche­rung der Fahr­zeu­ge gegen bei­spiels­wei­se Weg­rol­len, Umstür­zen oder auch gegen die Gefahr der Brand­ent­ste­hung. Zeit­gleich führ­ten zwei Aus­zu­bil­den­den-Teams der Ret­tungs­wa­che des DRK aus Zeulenroda eine Vor­sich­tung durch. Dies dient dazu, um sich einen ers­ten Über­blick über die Anzahl der Ver­letz­ten sowie der Schwe­re der Ver­let­zun­gen zu schaf­fen. Immer mehr Ein­satz­kräf­te eil­ten zum Ereig­nis­ort. Sie befrei­ten die Per­so­nen aus den Pkw mit schwe­rem Ret­tungs­ge­rät, bau­ten ein Betreu­ungs­zelt für die Ver­letz­ten Per­so­nen auf und über­nah­men die Siche­rung der Ein­satz­stel­le. Nach rund 1,5 Stun­den war auch die­se letz­te Übung des Wochen­en­des dann geschafft. Alle Per­so­nen konn­ten recht zügig befreit wer­den und den Not­fall­sa­ni­tä­ter Aus­zu­bil­den­den des DRK Kreis­ver­band Land­kreis Greiz über­ge­ben werden.

Das Fazit die­ses Schu­lungs­wo­chen­en­des ist, dass eine stä­ti­ge Aus‑, Fort- und Wei­ter­bil­dung Uner­läss­lich ist, um unse­ren Anspruch gerecht zu wer­den, einen guten und zuver­läs­si­gen Schutz für die Sicher­heit und Gesund­heit der Ein­woh­ner der Stadt Zeulenroda-Triebes garan­tie­ren zu kön­nen. Das heißt, dass auch in den kom­men­den Wochen und Mona­ten die Aus­bil­dung kon­ti­nu­ier­lich und ziel­ge­rich­tet fort­ge­führt wird. Getreu nach dem Mot­to „Übung macht den Meister.“

Bil­der zur Wochenendschulung

Video zur Wochenendschulung

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