Donnerstag, 12 März 2026
Not­ruf : 112

War­um Zeulenroda für den Not­fall nicht abge­si­chert ist

Zeulenroda-Triebes. Der Stadt­rat von Zeulenroda-Triebes lehn­te Mit­te 2025 die Anschaf­fung eines Not­strom­ag­gre­ga­tes ab. 

Zeu­len­ro­das Stadt­brand­meis­ter erklärt hier, war­um die­se Ent­schei­dung nicht klug war.

Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold zeigt die fest­ver­bau­te Not­strom­an­la­ge am Stand­ort der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Zeulenroda. Eine Ver­sor­gung ande­rer Stadt­tei­le mit Ener­gie ist damit unmöglich.

Wenn Tei­le der Stadt Zeulenroda-Triebes ein ähn­li­cher Strom­aus­fall, wie im Ber­li­ner Süden Anfang Janu­ar erei­len soll­te, dann wird es eng für die Bür­ger, so die kla­re Aus­sa­ge von Stef­fen Jubold, Stadt­brand­meis­ter in Zeulenroda-Triebes. 

 

Der Grund: Im Jahr 2025 hat­ten die Stadt­rä­te dar­über zu ent­schei­den, ob ein 120.000 Euro teu­rer mobi­ler Strom­ge­ne­ra­tor ange­schafft wird. Damals ent­schie­den sich die Par­la­men­ta­ri­er mehr­heit­lich dage­gen. Sie waren der Mei­nung, dass wenn ein Strom­aus­fall die Stadt ereilt, die vor­han­de­nen Mit­tel der Feu­er­wehr für den schnel­len Ein­satz aus­rei­chen wür­den, und wenn ein län­ger­fris­ti­ges Sze­na­rio auf­tre­te, dann müs­se Hil­fe eben von außen kommen. 

 

Stef­fen Jubold, der damals schon die Anschaf­fung als zwin­gend erach­te­te, ist heu­te – nach dem Ereig­nis in Ber­lin, wo 45.000 Haus­hal­te und über 2200 Betrie­be im Süd­wes­ten der Haupt­stadt drei bis fünf Tage ohne Strom und Hei­zung aus­kom­men muss­ten – mehr denn je von der Not­wen­dig­keit überzeugt. 

 

Flä­chen­de­cken­der Strom­aus­fall spe­zi­ell in der Kern­stadt: Feu­er­wehr blie­be arbeitsfähig!

Natür­lich ver­fügt der Stand­ort der Feu­er­wehr Zeulenroda im Meis­ters­weg über eine Ersatz­strom­an­la­ge, die­se ist aber fest ver­baut und wür­de auto­ma­tisch ansprin­gen, sobald der Strom aus­fällt, und dient der Auf­recht­erhal­tung der Arbeits­be­reit­schaft der Feu­er­wehr. Das bedeu­tet, dass die Anla­ge dar­auf aus­ge­rich­tet ist, alle elek­tri­schen Ein­bau­ten der Feu­er­wehr auf­recht­zu­er­hal­ten. Dazu gehört auch die Absi­che­rung der Leit­stel­le. Zudem soll die Leit­stel­le bei Groß­scha­dens­la­gen als Arbeits­grund­la­ge für den Bür­ger­meis­ter und alle ande­ren rele­van­ten Abtei­lun­gen die­nen, erklärt der Stadtbrandmeister. 

 

Abge­lehn­tes Strom­ag­gre­gat soll­te mobi­le Insel­lö­sung für ganz Zeulenroda-Triebes sein:

Mit der Anschaf­fung eines Strom­ag­gre­ga­tes auf einem Anhän­ger soll­te eine Insel­lö­sung geschaf­fen wer­den, zur Absi­che­rung der Bevöl­ke­rung in Not­fäl­len. Schließ­lich wür­den bei einem grö­ße­ren Strom­aus­fall auch Han­dy- und Tele­fon­netz nicht mehr funk­tio­nie­ren. So habe der Bür­ger nicht mehr die Mög­lich­keit, drin­gen­de medi­zi­ni­sche Hil­fe oder jeg­li­che ande­re Hil­fe anzu­for­dern. Als zen­tra­ler Anlauf­punkt wur­de schon zu Zei­ten der Pan­de­mie die Jahn-Turn­hal­le in Zeulenroda-Triebes aus­er­ko­ren. Schließ­lich sei das Objekt Jahn-Turn­hal­le schon so weit ertüch­tigt, dass hier Strom von außen mit­tels Strom­ge­ne­ra­tor ein­ge­speist wer­den kann, so Jubold.

 

Der ange­dach­te Strom­ge­ne­ra­tor habe einen Licht­mast, zum Aus­leuch­ten des Vor­plat­zes, optio­nal auch für den Ret­tungs­dienst, und hät­te es ermög­licht, in die­sem Objekt etwa Baby­nah­rung zu erwär­men und medi­zi­ni­sche oder ander­wei­ti­ge Hil­fe zu leis­ten. Außer­dem: Das Kom­mu­ni­zie­ren sei sonst nur über Funk mit der Leit­stel­le oder dem Ret­tungs­dienst mög­lich, erläu­tert der Stadt­brand­meis­ter. „In Ber­lin habe man die Mög­lich­keit von gro­ßen Turn­hal­len gehabt, wo eben auch älte­re Men­schen ver­sorgt wer­den oder über­nach­ten konn­ten“, sagt er. 

 

Strom­aus­fall im Süd­wes­ten Berlins:

Zap­pen­dus­ter: Bei einem Vor­fall wie zu Beginn des Jah­res im Süden Ber­lins, wo zehn­tau­sen­de Men­schen kei­nen Strom hat­ten, wäre man auch in Zeulenroda nicht aus­rei­chend aus­ge­stat­tet, ist Stadt­brand­meis­ter Stef­fen Jubold alarmiert.

 

Jubold ver­weist dar­auf, dass nicht nur das Groß­ereig­nis in Ber­lin, son­dern eben auch die Ent­wick­lung der letz­ten Wochen gezeigt hät­ten, dass Deutsch­land infra­struk­tu­rell sehr angreif­bar ist. Er nennt ein Bei­spiel aus Hal­le in der letz­ten Woche. Hier hät­ten sämt­li­che Sire­nen aus­ge­löst und es wäre die Durch­sa­ge gekom­men, dass die Bür­ger Ruhe bewah­ren sol­len. Am Ende hät­te sich her­aus­ge­stellt, dass es ein Cyber­an­griff war.

 

Mobi­les Strom­ag­gre­gat half auch bei der Ver­sor­gung von Ver­letz­ten in Schleiz:

Und Stef­fen Jubold erwähnt auch den schwe­ren Ver­kehrs­un­fall an der Auto­bahn­auf­fahrt Schleiz, wo Mas­sen an Ver­letz­ten medi­zi­ni­scher Hil­fe bedurf­ten und die Zel­te der Ret­tungs­diens­te für die Ver­letz­ten nur mit­hil­fe eines sol­chen mobi­len Strom­ag­gre­ga­tes aus­ge­leuch­tet wer­den konnten. 

 

Der Beschluss zum Kauf eines sol­chen Strom­ge­ne­ra­tors für Zeulenroda-Triebes war als Insel­lö­sung, als Hil­fe­stel­lung für den Bür­ger gedacht gewe­sen, so der Zeu­len­ro­daer Stadt­brand­meis­ter. Natür­lich ver­fü­ge die Feu­er­wehr Zeulenroda über klei­ne­re Not­strom­ag­gre­ga­te. Doch wür­den die­se nur mit Unter­stüt­zung eines jewei­li­gen Feu­er­wehr­fahr­zeu­ges funk­tio­nie­ren. Die­ses Fahr­zeug wäre dann an die­sem Ort gebun­den und könn­te zu kei­nem ander­wei­ti­gen Ein­satz aus­rü­cken, erläu­tert Jubold. Der ange­dach­te Strom­ge­ne­ra­tor, für den die Stadt­rä­te Mit­te ver­gan­ge­nen Jah­res die Beschluss­vor­la­ge ablehn­ten, war eine Anhän­ger­lö­sung, die aut­ark arbei­tet und an jedem Ort auf­ge­stellt hät­te wer­den können.

 

Das Cre­do des Zeu­len­ro­daer Stadt­brand­meis­ters Jubold klingt somit ernüch­ternd: „Als Feu­er­wehr sehe ich ein Pro­blem auf uns zukom­men. Wir sind defi­ni­tiv für einen sol­chen Kata­stro­phen­fall nicht vorbereitet.“ 

 

22.01.2026 / © Hei­di Hen­ze — in Zeulenroda-Triebes.

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