Es brannte im „Römer“ Zeulenroda: Feuerwehr ist schnell vor Ort
Dicker Rauch kommt aus dem Gebäude des Kinder- und Jugendvereins in Zeulenroda. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt ist schnell vor Ort. Eine Einsatzübung sorgte für Aufsehen.
Mittwoch, 17. Juni, 18.15 Uhr: In Zeulenroda lösten die Sirenen der Stadt Alarm aus. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda schwärmen aus zum Gerätehaus der Stützpunktwehr. Um diese Zeit sind die meisten Feuerwehrfrauen und ‑männer zu Hause, so Christian Komorowski, Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda.
Der Einsatzort war der Kinder- und Jugendverein „Römer“ von Zeulenroda. Schon einige Minuten vorab hatte es sich unter den Kindern und Jugendlichen herumgesprochen, dass die Feuerwehr kommen würde. Entsprechend groß war die Aufregung. Alle warteten, denn schließlich wollten sie – „bewaffnet“ mit ihrem Handy, um es auf den sozialen Medien entsprechend schnell zu posten – in ihrem Gebäude genau verfolgen. Christoph Schwertling, Einrichtungsleiter des Römers, hatte für die Feuerwehrübung extra seinen Urlaub unterbrochen.
Feuerwehr trainiert Ernstfall: Feuer, Rauch und Rettung von fünf Eingeschlossenen
Fünf Minuten später, also um 18.20 Uhr, waren die ersten Signale der anfahrenden Einsatzfahrzeuge samt Drehleiter deutlich zu vernehmen. Einsatzleiter an diesem Abend war das langjährige Feuerwehrmitglied Justin Ott. Er hatte erst kürzlich einen Lehrgang dafür absolviert und musste sich nun in der Praxis beweisen, um die Anerkennung erlangen zu können. „Es ist die zweite Feuerwehrübung in diesem Jahr, wo wir den zukünftigen Führungskräften, die Chance geben wollen, sich in der Praxis zu beweisen. Und wir wollen auch die nötige Professionalität während eines solchen Einsatzes üben“, so der Wehrführer.
Angekommen am Einsatzort, gingen die Feuerwehrleute mit einer erstaunlichen Ruhe und Besonnenheit sowie viel Professionalität ans Werk. Justin Ott konfrontierte seine Leute mit der Lage: Dichte Qualmentwicklung durch einen Brand im Keller des Gebäudes, der sich bis in die erste Etage ausgebreitet hatte. Fünf Menschen waren vom Rauch eingeschlossen, zwei im Treppenhaus und drei in der oberen Etage.
Spezielle Fenstergriffe erschweren Einsatz der Feuerwehr
Schläuche wurden aus dem Fahrzeug geholt und ausgerollt, ein anderer Feuerwehrmann schloss über einen Unterflur-Hydranten auf der etwas entlegenen Straße weitere Wasserschläuche an. Die Atemschutzträger legten ihre Ausrüstung an, ein anderer kontrollierte und überprüfte die Gerätschaften. Das Gebäude wurde geöffnet und dichter Qualm schoss aus dem Gebäude.
Währenddessen wurde die Drehleiter ausgefahren und ein Feuerwehrmann wollte mit Zuhilfenahme einer Vorrichtung ein Fenster im ersten Obergeschoss öffnen. Dieser Versuch musste abgebrochen werden. Das Gebäude des Kinder- und Jugendvereins hat spezielle Fenstergriffe, die mit dem sogenannten Türöffnungsset nicht geöffnet werden konnten. Der Wehrleiter sagt dazu: „Genau deswegen sind Einsatzübungen so wichtig.“ Eine Auswertung, wo garantiert auch diese Erfahrung zur Sprache kommt, wird erfolgen, ergänzt Komorowski.
Feuerwehr rettet Personen bei Übung aus verrauchtem Jugendzentrum
Schon nach wenigen Minuten konnten Mutter und Sohn, sie waren im Treppenhaus von dem Qualm überrascht worden, wohlbehalten das Gebäude verlassen. Auch die drei anderen, darunter ein „Dummy“, wurden wohlbehalten aus dem Obergeschoss gerettet. Nach gut einer Stunde konnte damit begonnen werden, die Schläuche und alle anderen Gerätschaften auf den insgesamt drei Fahrzeugen, neben der Drehleiter, dem Hilfeleistungsfahrzeug und dem Tanklöschfahrzeug, einzurollen. Auch der Kommandowagen war vor Ort. Insgesamt nahmen 18 Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda an der Übung teil.
Der Wehrführer dankte dem Verein „Römer“ für die Kooperation und versicherte, dass im Ernstfall auch weitere Wehren zu Hilfe gerufen worden wären. Doch die Übung wäre nur für die Zeulenrodaer Feuerwehrleute ausgelegt gewesen.
OTZ/19.06.2026











